Tetanus (Wundstarrkrampf)

Was ist Tetanus?

Bei Tetanus handelt es sich um eine akute Infektionskrankheit, die weltweit verbreitet ist. Sie wird durch das Gift der Tetanusbakterien (Clostridium tetani) ausgelöst. Diese Erreger sind sehr widerstandsfähig und in Deutschland äußerst verbreitet.

Der Tetanuserreger löst eine Starre der Muskulatur aus, daher wird die Erkrankung als Wundstarrkrampf bezeichnet. Krämpfe und Lähmungserscheinungen beginnen im Gesicht und breiten sich auf den ganzen Körper aus.

Durch eine Impfung der Bevölkerung, ist der Tetanus selten geworden. In Deutschland wurden in den vergangenen Jahren etwa 15 Erkrankungsfälle bekannt. Dies jedoch meist bei älteren Erwachsenen.

Wenn eine Person noch nicht geimpft wurde und sich verletzt hat, kann durch eine spätere Kombinationsimpfung Schlimmeres verhindert werden.

Tetanus endet in einem Drittel der Fälle tödlich.
 
 

Symptome

Der Wundstarrkrampf beginnt mit leichten Beschwerden wie Schwindel, Mattigkeit, Kopfschmerz und Schwitzen. Relativ bald darauf kommt es zu einer Mundsperre und zu Krämpfen der Gesichtsmuskulatur. Sie verleihen dem Patienten einen grinsenden Gesichtsausdruck. Als nächstes kann es zu einer Muskelstarre der Rücken- und Bauchmuskeln kommen.

Kurz danach folgen Krämpfe in den Muskeln der Arme und Beine. Auch die Rippen, der Kehlkopf und das Zwerchfell sind davon betroffen. Durch Krämpfe der Blasen- und Darmmuskeln, kommt es zu Verstopfung, und in den meisten Fällen kann der Patient auch keinen Urin mehr lassen.

Solche Verkrampfungen werden durch akustische, mechanische oder optische Anlässe hervorgerufen. Da der Stoffwechsel durch die Krämpfe angeregt wird, kommt es häufig zu Fieber mit bis zu über 40 Grad. Die Krämpfe sind oftmals so stark, dass sie an der Wirbelsäule Schäden anrichten können. Wirbelkörperfrakturen und Dornfortsatzabrisse sind dabei keine Seltenheit.

Ist die Kehlkopf- und Rippenmuskulatur betroffen, kommt es zu Sprachstörungen und schweren Behinderungen der Atmung. Wird das Zwerchfell befallen, kann die Atmung aussetzen und der Patient sterben. Das Sterberisiko des Tetanus liegt ohne Behandlung bei etwa bei 25 bis 30 Prozent.
 
 

Ursachen

Kleine Wunden in der Haut reichen aus, um durch Erdreich, Staub oder tierische und menschliche Ausscheidungen zu verschmutzen. Im Hautgewebe verbleibende Fremdkörper genügen, um die Erreger in die Nervenbahnen bis ins Gehirn vordringen zu lassen. Dies kann auch über das Blut erfolgen. Im Gehirn angelangt, hemmt Gift bestimmte Bereiche. Dadurch kommt es zu den kennzeichnenden Krämpfen der Erkrankung.

Die Inkubationszeit des Tetanus beträgt ungefähr vier bis 14 Tage, in manchen Fällen auch bis zu 60 Tage.
 
 

Wann ist ein Arzt aufzusuchen?

Ein Arzt ist auf jeden Fall aufzusuchen, wenn Sie sich eine Wunde zugezogen haben und Schmutz oder ähnliches hineingelangt ist. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihre letzte Tetanusimpfung noch besteht (das heißt nicht länger als zehn Jahre her ist), ist es für Sie ebenfalls sicherer, den Gang zu einem Arzt zu wagen.
 
 

Diagnose

Der Arzt stellt anhand des klinischen Krankheitsbildes eine Diagnose. Weist der Patient eine Wunde auf und leidet er an Muskelkrämpfen, ist der Befund eines Wundstarrkrampfes eindeutig.

Die Tetanusbakterien können oftmals in der Wunde verbleiben und so später von einem Arzt erkannt und nachgewiesen werden.
 
 

Behandlung

Bei der Therapie eines Tetanus gibt es keine spezielle Behandlung. Hauptsächlich werden daher die Symptome behandelt, um dem Patienten Linderung zu verschaffen.

Als erstes muss die für den Tetanus verantwortliche Wunde gesäubert werden. Das ist besonders bei sehr tiefen Verletzungen notwendig. Auch kann ein Antibiotikum bei einer derartigen Erkrankung hoch dosiert eingenommen werden.
Wegen der Verkrampfung der Gesichtsmuskulatur, beinhaltet die Behandlung eine Offenhaltung der Atemwege. Dazu bekommt der Patient über eine Atemsonde Sauerstoff zugeführt. Oftmals ist auch eine künstliche Beatmung notwendig.

Es besteht heutzutage auch die Möglichkeit, ein Gegengift zu injizieren, welches die Erreger neutralisieren kann. Allerdings nur jene, die noch nicht ins Gehirn des Patienten gelangt sind.

Grundsätzlich wird der Betroffene intensiv betreut. Dazu gehört die medikamentöse Behandlung der Muskelkrämpfe. Auch eine neuerliche Impfung sollte erfolgen, da es möglich ist, an der gleichen Infektion erneut zu erkranken. Somit herrscht nach einer einmal überstandenen Erkrankung keine vollständige Immunität, wenn der Impfschutz nicht mehr besteht.
 
 

Komplikationen

Schwere Komplikationen können schon auf Grund der Muskelkrämpfe entstehen. Dazu zählen die Störungen der Atmung, die zum Tod durch Ersticken führen können.

Das Sterberisiko dieser Erkrankung liegt, ohne Behandlung des Tetanus, bei 25 bis 30 Prozent und richtet sich nach der Inkubationszeit. Je kürzer sie ist, desto schwerer verläuft die Erkrankung.

Bestimmte Komplikationen treten übrigens nach einer Impfung auf. Wurde die Injektion nicht genau in den Muskel gegeben, ist mit Reaktionen zu rechnen. Dabei kann es zu Rötung, Schwellung, Druckschmerzhaftigkeit oder Juckreiz kommen.
 
 

Prävention

Den besten Schutz vor Tetanus bieten Impfungen. Die ersten drei erfolgen bereits im Säuglingsalter. Danach muss alle zehn Jahre eine neue erfolgen. Sind Sie nicht sicher, wann die letzte Auffrischungsimpfung war, kann ein Arzt dies durch eine Blutuntersuchung feststellen.

Besonders wichtig ist ein aktueller Impfschutz für ältere Menschen, die unter gestörter Durchblutung oder Diabetes leiden. Werden erwachsene Personen neu geimpft, geschieht dies meist in Kombination mit einer Impfung gegen Diphterie.
 
 

Was kann ich selbst tun?

Bei einer Tetanus-Erkrankung ist es für Patienten sowie für Kontaktpersonen nicht erforderlich, besondere Maßnahmen zu beachten. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Da ein überstandener Tetanus keine Immunität hinterlässt, sollten sich Personen nach einer überstandenen Erkrankung erneut impfen lassen.